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«Ich freue mich schon auf die nächste Herbstwanderung»! schrieb Vivi vor einem Jahr.

Die Herbstwanderungen haben Tradition und führen immer direkt von der Schule ins nahe Erholungsgebiet: diesen Herbst zum Waidberg, hinunter bis zur Werdinsel und der Limmat flussaufwärts zum Hauptbahnhof.

Von Vivianne, 1. Sek

Alle waren ein wenig aufgeregt, denn der Krimiautor Severin Schwendener sollte heute, am Montag, 13. Januar, eine Lesung in unserer Klasse halten. Schon am Freitagnachmittag haben wir, die erste Sek., die Tische aus unserem Klassenzimmer geräumt. Die übrig gebliebenen Stühle stellten wir in einem Halbkreis mit zwei Reihen auf, damit auch genug Platz für zwei Klassen war.

Zurück zum Montag. Schon als ich in die Schule kam, lag auf dem bereit gestellten Tisch eine Wasserflasche und eine Menge Papierkram. Alle gingen wie gewöhnlich in ihre Klassenzimmer, nur unsere Klasse und die Sek. Promotion gingen in das vorbereitete Zimmer, wo Severin Schwendener schon auf uns wartete. Wir setzen uns hin, vor uns unsere Frageblätter, die wir eine Woche zuvor vorbereitet hatten.

Nun begann die Lesung. Herr Schwendener begrüsste uns und stellte uns gleich zu Beginn eine Frage: «Wie stellt ihr euch ein Leben als Autor vor?» Da wir alle ein wenig schüchtern waren, antwortete niemand. Deshalb schlug Herr Schwendener uns vor, dass wir ihm Fragen stellen sollten. Aber auch jetzt getraute sich niemand und so erzählte er einfach ein wenig über sich und über sein allererstes Buch, bei dem es um einen Polizisten ging. Er erzählte, wie er vergebens nach einem Verlag gesucht hatte und wie ihm mehr als 50 Verlage absagten. Die einzige Antwort, die er erhielt, war, dass seine Geschichte langweilig sei. Damals, er war erst 17 Jahre alt, war er empört darüber, doch heute sagt er selber, dass das Buch «grottenschlecht» sei. Deshalb wurde das Buch auch nie veröffentlicht.

Nun fassten einige wenige von uns Schülern Mut und stellten die ersten Fragen. Anschliessend erzählte Herr Schwendener uns noch vom Leben eines Autors und dass auch er als Schriftsteller schreiben lernen muss. Im Moment ist er zum Beispiel gerade daran zu üben, wie man etwas beschreibt. Er erzählte uns auch, dass seine Lektorin manchmal ziemlich streng sei. Hinterher kam noch eine letzte Fragerunde. Zum Schluss las er uns aus seinem neuen Jugend-Krimi vor, der übrigens im März veröffentlicht wird. Wie nicht anders zu erwarten, hörte er genau dann mit Lesen auf, als es am fesselndsten war. Er verabschiedete sich von uns und der gewöhnliche Schulalttag ging weiter.

 

 

Von Helena Wehrli und Regula Weber

Die Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Sek. befassen sich im Fach Werken einige Wochen lang mit Gusstechniken. Zuerst modellieren sie eine Urform, in unserem Fall ein Haus, aus Ton. Dann erfahren die Jugendlichen, wie ihr modelliertes Haus vervielfältigt werden kann, indem sie eine Negativform aus Silikon herstellen. Die entstandene Haut oder Negativform kann dann mit verschiedenen Materialien ausgegossen werden.

Ein Virtuose in diesem Bereich ist der Künstler Max Grüter. Er befasst sich seit vielen Jahren mit diesen Techniken und hat sich für das Vervielfältigen seiner Modelle in der 3D-Drucktechnik spezialisiert. Darum wollen wir bei ihm einen Atelierbesuch machen. Grüter hat seine Werkstätte in einem Hinterhof in der Stadt Zürich. Eine schmale Treppe führt uns in sein Atelier. Grüter heisst uns willkommen und führt uns in seinen ganz eigenen Kosmos von Tauchern und Astronauten, die in zahlreichen Versionen im ganzen Atelier zu finden sind. Er hat Ende der Neunziger Jahre den Computer zu seinem künstlerischen Basisinstrument gemacht. Der Künstler sagt, dass er ein elektronischer Plastiker, Maler und Zeichner ist. Das heisst, er modelliert mit einem 3D-Zeichnungsprogramm seine Figuren so lange, bis er seine Modelle kreiert hat. Ausgangspunkt ist ein Kubus, der so lange geteilt, gedreht, verschoben und transformiert wird, bis eine Figur entsteht, welche seiner Vorstellung entspricht. Die so entstandenen Astronauten und anderen Wesen werden von einem 3D-Drucker erzeugt.

Doch nicht nur bei Grüter hat der 3D-Drucker seine Spuren hinterlassen. Produkte aus 3D-Druckern gehören bereits zu unserem Alltag: Zahnkronen, Hörgeräte, Bauteile für Flugzeuge kommen aus dem Drucker. Aber das ist nur der Anfang. So wie wir heute Musik und Bücher runterladen, so wird es in Zukunft Konstruktionsbauteile zum Ausdrucken geben.

Die Jugendliche fanden den Atelierbesuch bei Max Grüter „super spannend, cool und informativ“. Informativ auch deshalb, weil sie sich nun besser vorstellen könnten, wie der Arbeitsalltag eines Künstlers aussieht und zudem erlebt haben, dass die 3D-Drucktechnik unseren Alltag verändern wird.